Nutzungskonzeption für das Ökohaus Wöhlerschule
Das Ökohaus Wöhlerschule "soll ein Lehr- und Lernort für Ökologie werden, eine Anlaufstelle und ein Informationszentrum für den Unterricht, für Arbeitsgemeinschaften und für die gesamte Schulgemeinde. Außerdem sollen ständig Versuche durchgeführt werden können, z. B. Messungen über die Isoliereigenschaften der verschiedenen Bausubstanzen sowie Wirkungsgrade und Energiebilanzen von Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen. Alle wichtigen Betriebswerte sollen von Computern erfaßt, gespeichert und ausgewertet werden. Alle diese Möglichkeiten sollen nicht nur der Wöhlerschule zur Verfügung stehen, vielmehr soll das Energiesparhaus offen sein über die Schulgrenzen hinaus und so einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines breiteren Umweltbewußtseins leisten".
Mit diesen Versprechungen haben wir bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und bei vielen Freunden der Wöhlerschule für unser Ökohaus geworben, und an der Erfüllung dieser Versprechen wird sich der Erfolg des Ökohauses, wird sich die "ökologisch orientierte" Wöhlerschule insgesamt messen lassen müssen.
Der Erfolg wird sicherlich davon abhängen, inwieweit es gelingt, weiterhin Schüler, Lehrer und Eltern für die Arbeit im Ökohaus zu begeistern und diese Arbeit in den regulären Unterricht einzubinden. Voraussetzung ist ein Nutzungskonzept, das sich an den bisher geschaffenen Möglichkeiten orientiert und weitere Entwicklungen ermöglicht.
Auch wenn ein großer Teil der Projekte wie bisher in freiwilliger Arbeit außerhalb des Unterrichts durchgeführt werden muß, wird die Umsetzung der im folgenden beschriebenen Nutzungsmöglichkeiten mit der Schaffung der notwendigen schulischen Voraussetzungen verbunden sein: Unterstützung durch das Kollegium und die Schulleitung, finanzielle Absicherung durch die Einnahmen aus dem Pausenverkauf und durch den Förderverein GFFW. Bei der Betreuung des Hauses und der Organisation von Veranstaltungen wird der Verein "Ökohaus Wöhlerschule e. V." behilflich sein, der im Sommer 1997 von Schülern, Lehrern und Eltern der Wöhlerschule gegründet wurde.
1.Bei den aufgeführten Materialien handelt es sich immer nur um Materialien, die aufgrund ihrer Funktion erwähnenswert sind. Außer diesen speziellen Baustoffen wurden insbesondere 36 cm starke Gasbeton- (Ytong)Steine und eine 6 cm starke Mineralfaserdämmung für die Außenwände sowie Kokosfaser (6 cm) und Korkgranulat (10 cm) für die Fußbodendämmung verwendet. Die Dämmung im Dachbereich besteht aus 24 cm starken Korkplatten.
1.1. Dach und Pyramide (Grundriss in Anlage 2)
Die Pyramide:
Gewächshaus:
Das Gewächshaus wird für vielerlei Verwendungszwecke in den Bereichen Ökologie und Biologie bereit stehen. So wird z.B. die Aufzucht von Pflanzen für die Schulgärten oder praktische Versuche im Bereich der Erblehre im Biologieuntericht möglich.
Materialien: Holz, Glas und Aluprofile
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Geräteraum:
Hier befinden sich die Gerätschaften für das Gewächshaus und den Dachgarten sowie der Speichertank des Sonnenkollektors. Um die Nutzungsmöglichkeiten des Gewächshauses zu optimieren befinden sich hier auch zwei Arbeitsplätze für Schüler oder Lehrer.
Materialien: Holz, Zinkverkleidung sowie Baumwolle als Dämmstoff
Das Dach:
Solaranlagen:
Der Kollektor (2 m2) dient der Erwärmung von Brauchwasser für den Küchenbereich.
Ein kleines Solarzellenmodul dient der Stromerzeugung zu Versuchszwecken.
Dachbegrünung:
Die von uns verwendete Dachbegrünung ist kleinwüchsig und sehr pflegeleicht. Sie befindet sich im Bereich vor der Pyramide und dem Sonnenkollektor.
Materialien: Je nach Bepflanzung eine 8 bis 10 cm tiefe Schüttung aus Extensivsubstraten.
Grünes Klassenzimmer:
Einen Platz für naturnahen Unterricht im Freien werden Holzbänke im Schatten der Pyramide in den warmen Sommermonaten bieten.
Regenwassernutzung:
Das vom Dach ablaufende Regenwasser wird in einer Tonne auf der Rückseite des Hauses gesammelt und von dort aus zum Gießen der Dachbegrünung und Schulgärten genutzt werden.
1.2. Innenräume (Grundriss in Anlage 3)
Der Unterrichtsraum:
Wärmerückgewinnung (KWL- Kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung):
Mit Hilfe der Abluft wird bei diesem besonderen Raumbelüftungssystem die kalte, einströmende Luft erwärmt. Anders als bei der Lüftung durch die Fenster wird warme Raumluft nicht einfach durch kalte Frischluft ersetzt, so daß viel Energie im Bereich Raumbeheizung gespart werden kann (Wärmerückgewinnungsgrad 60%-70%).
Ausstattung:
Für die Nutzung durch die Schüler stehen hier neben der üblichen Unterichtsraumausstattung eine Werkbank sowie ein Fernseher und ein Videogerät zur Verfügung.
Materialien: Die Nordwand wurde mit 6 cm Zellulose gedämmt. Die Holzfassade ist hinterlüftet.
Der Geräteraum:
Ausstattung:
Der Geräteraum wird mit einer Öko-Bibliothek sowie 3 Computerarbeitsplätzen ausgestattet sein.
Der Technikraum:
Hier findet die Regelung und Messung der Strom- und Wärmezufuhr für das Haus statt.
Der Aufenthaltsraum:
Ausstattung:
Meben Tischen und Stühlen befinden sich in diesem Raum Schaukästen, in denen wechselnde Ausstellungen die Forschungsarbeiten im und mit dem Öko-Haus dokumentieren.
Materialien: Kalksandstein (Innenwand), Fachwerk mit Lehmausfachung (Wand zum Kiosk)
Der Kiosk:
Ausstattung:
Die Ausstattung entspricht der einer normalen Küche, wobei wir darauf geachtet haben, daß alle Geräte möglichst energiesparend (effizient) sind. Die Ausstattung gibt uns auch die Möglichkeit warme Gerichte zuzubereiten. Ausserdem ist der Kiosk mit dem Aufenthaltsraum durch eine großen Theke verbunden.
Materialien: Holzskelett und Baumwolldämmung