JavaScript im Wahlunterricht
"JavaScript ist eine einfache Programmiersprache, die für den Einsatz im World Wide Web (WWW) konzipiert ist und die Möglichkeiten der statischen Hypertext-Markup-Language (HTML) erweitert"
[Mintert, 1996, S.19].
Dies ist eine mögliche, nicht vollständige Beschreibung, wie sie derzeit für JavaScript gegeben wird. Sie enthält drei wesentliche Aussagen:
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Einführendes Beispiel
Zur Veranschaulichung der Leistungsfähigkeit von JavaScript soll hier kurz ein einführendes Beispiel aufgeführt werden, an dem sich vorab schon wesentliche Elemente dieser Skriptsprache erkennen lassen, ohne dass die detaillierte Kenntnis der Syntax von JavaScript zwingend erforderlich ist. Grundkenntnisse der Markierungssprache HTML werden jedoch zum Verständnis benötigt.
Die Geschwindigkeit einer gleichförmigen Bewegung soll in km/h aus dem zurückgelegten Weg und der dazu benötigten Zeit berechnet werden. Zur Ein- und Ausgabe der entsprechenden Größen sind Felder vorgesehen, in die der zurückgelegte Weg in km und die dafür benötigte Zeit in Stunden eingetragen werden. Betätigt man die Schaltfläche mit der Aufschrift "Geschwindigkeit berechnen", erfolgt die Ausgabe der berechneten Geschwindigkeit in km/h. Eine kurze Anleitung hilft beim Ausfüllen des Formulars.Das Formular ist ein Objekt der HTML-Datei. Die einzelnen Ein- und Ausgabefelder wiederum sind Objekte des zugehörigen Formulares mit der Eigenschaft, einen Wert zu besitzen. Daher geschieht auch der Zugriff auf die Eigenschaft eines Feldes über die bei Objekten bekannte Notation mit Hilfe der Bezeichnung über Objektvariablenname, gefolgt von einem Punkt und der Objekteigenschaft:
form.feldname.value
Leicht läßt sich dieses einfache Beispiel noch um die Überprüfung der Zulässigkeit der Eingaben im Formular ergänzen. Um Eingaben zurückzuweisen, die negativ sind, fügt man in den entsprechenden Eingabefeldern für den zurückgelegten Weg und die Zeit in Zeilen 10 und 11 die folgenden Anweisungen ein:
onChange="if (form.weg.value<=0) alert('Eingabe ist unzulässig')", bzw.onChange="if (form.zeit.value<=0) alert('Eingabe ist unzulässig')"
Damit ergibt sich für das Eingabefeld für den zurückgelegten Weg:
<INPUT TYPE="TEXT" NAME="weg" VALUE="" SIZE="10", MAXLENGTH="10"
onChange="if (form.weg.value<=0) alert('Eingabe ist unzulässig')">
Das Formular erhält damit die gewünschte Funktionalität:
Bei Eingabe eines nicht positiven Wertes erscheint dann auf dem Bildschirm eine Warnmeldung
Zusätzlich wird das Ergebnis noch auf zwei Nachkommastellen gerundet.
Ohne JavaScript könnte ein Web-Dokument zur Veranschaulichung des Begriffes Geschwindigkeit lediglich eine Kopie einer Lehrbuchseite eines entsprechenden Physikbuches sein, die vielleicht durch farbige Graphiken und Verweise auf andere nützliche Informationsquellen aufgewertet wird. Jegliche Dialogfähigkeit fehlte.
Mit JavaScript lässt sich die entsprechende Darstellung mit Leben erfüllen und eine neue Qualität der Gestaltungsmöglichkeit von Webseiten steht zur Verfügung: die Interaktivität, wie sie bisher nur von Lehrprogrammen oder aufwendigen Programmen geboten wird.
JavaScript ermöglicht es, dass Webseiten individuell für den Benutzer zusammengestellt werden, sofern dieser nur seine persönlichen Daten eingibt. Für den Schüler der Sekundarstufe II erscheint eine Seite zur Geschwindigkeitsberechnung, die sich der Methoden der Differentialrechnung bedient, für den Schüler der Sekundarstufe I steht stattdessen eine einfache Beschreibung des Weg-Zeit-Gesetzes für gleichförmige Bewegungen zur Verfügung. Zudem können beide Schüler auf den Seiten nicht nur mit JavaScript animierte Bildabläufe steuern, sondern auch umfangreiche Berechnungen durchführen lassen. Aufgaben zur Bearbeitung stehen zur Verfügung. Kommentare während der Eingabe der Lösung geben Hilfestellung und ermuntern. Zu den Lösungen gelangt man nur, wenn eine hinreichende Anzahl von Aufgaben bearbeitet wurde oder der Lehrer oder die Lehrerin ein Paßwort nach Abgabe eines ausgedruckten Arbeitsblattes zugeteilt hat. Individuelle Eingaben, z.B. die Anzahl der richtigen Lösungen, lassen sich auch noch nach Tagen abrufen, bis sie nach einer bestimmten Zeit zum Löschen freigegeben werden.
Für den Einsatz im Schulunterricht ergeben sich zahlreiche Anwendungen und weitere Möglichkeiten, die nicht nur bisher tradierte Unterrichtsgegenstände in aktuellem Gewand aufgreifen bzw. wiederbeleben, sondern auch neue Perspektiven im Unterrichtsgeschehen eröffnen.