Heute noch Latein? Heute noch Latein!!!
Diskussion - Disput - Konsens : Konservativ ? Progressiv ? Alternative!
Wie man sieht, bedient man sich schon in der immer wiederkehrenden Erörterung über Nutzen oder Notwendigkeit einer antiken Sprache eben der Sprache, um die es hier geht :
Lingua Latina - Lateinische Sprache
Die Reihe von Fremdwörtern ließe sich endlos fortführen, vom heute im Mittelpunkt des Interesses stehenden Computer, dessen Informationen ein "User" leicht als Wahrheiten akzeptiert, ohne dahinter stehende kommerzielle Interessen oder Manipulationen zu realisieren , bis zum Aspirin als Hilfe gegen Kopfschmerzen, weil wieder einmal die Festplattendefragmentierung nicht optimal funktioniert. Doch genug der Anhäufung von Fremdwörtern. Die Fachkonferenz Latein an der Wöhlerschule hat jedenfalls auch einige gute Argumente dafür zu bieten, dass diese Sprache auch in Zukunft ein Eckstein gymnasialer Bildung bleibt und dass es sich lohnt, Latein zu lernen.
1. Sprache verstehen- Sprache hinterfragen - Sprache benutzen
Da der Lateinunterricht mit einer spezifischen Methode (Analysieren-Vergleichen-Reflektieren-Übersetzen) arbeitet, bietet er eine Alternative zum modernen Sprachunterricht. Es werden nämlich auf diese Weise die den verschiedenen Sprachen gemeinsamen und grundsätzlichen Strukturen sichtbar. Wer Latein lernt, betreibt letztlich ein allgemeines Sprachstudium, da er erfährt, wie Sprache funktioniert. Wer Sprache in ihrer Funktionsweise durchschaut, erkennt auch besser, wo Sprache für Manipulation missbraucht wird.
Durch eine fundierte Sprachbetrachtung wird außerdem der Umgang mit der eigenen Sprache gefördert Denn im Lateinunterricht werden vorgegebene Texte in ihrer Intention erfasst und durch eine möglichst genaue sowie im Deutschen angemessene Übersetzung wiedergegeben. Dadurch erfolgt auch eine Auseinandersetzung mit Wortwahl, Ausdruck und Grammatik der deutschen Sprache. Die Fähigkeiten im Umgang mit dem Deutschen werden so erweitert.
Denjenigen, die gerne kombinieren, die Genauigkeit mögen oder Freude an Sprache haben, dürfte der zweisprachig angelegte Unterricht in Latein liegen. Analytisches oder genaues Denken ist aber nicht unbedingt Voraussetzung für Latein, sondern kann durch dieses Fach auch geweckt werden, da es im Sinne der genannten allgemeinen Spracherziehung fördernd wirkt.
2.Minotaurus und Europa - Caesar und Cleopatra - Asterix und die Römer
Lateinunterricht vermittelt interessante Elemente der europäischen Geschichte und Kultur. Unser neues Lehrbuch „PRIMA“ bietet durch zahlreiche Materialien, Texte und Illustrationen ein Basiswissen über Welt, Leben, Kultur und Mythologie der Römer und Griechen. Kinder haben ein natürliches Interesse an solchen Informationen, da diese Fernes und Erstaunliches aufgreifen und so zum Vergleich mit der Gegenwart anregen. Auch der Erwerb der Sprache verläuft mit Hilfe motivierender Texte, vielfältiger sprachlicher Übungen oder lateinischer Rätsel variierend und anregend. Hier kann zudem Computer-Software sinnvoll eingesetzt werden.
3.Latein und andere Fremdsprachen
Endlich im Urlaub! Ist es nicht hilfreich, wenn man sich dann ein wenig in Französich, Spanisch, Italienisch oder Portugiesisch verständlich machen kann, wenn man nicht nur auf die Deutschkenntnisse der Bevölkerung angewiesen ist oder sich auf Grundelemente der Zeichensprache beschränken muss?
Also: "Ubi bene, ibi patria " - Wo mir`s wohl geht, da ist meine Heimat !
Latein als Muttersprache Europas legt die Grundlagen für solche Erfolgserlebnisse. Unser Lehrbuch greift diese Beziehung zu den romanischen Sprachen wie auch zum Englischen bewusst auf.
4. "In dubio pro reo"
"Im Zweifel für den Angeklagten" ist ein Grundsatz des römischen Rechts, wie er auch heute noch gültig ist. Der praktische Nutzen des Lateinischen im Berufsleben ist ein weiteres gewichtiges Argument für das Erlernen dieser Sprache. Wer Latein von Klasse 7-11 oder von Klasse 9-13 betreibt und mit mindestens 5 Punkten ("ausreichend") abschließt, erwirbt das "Latinum", welches für zahlreiche Studiengänge Voraussetzung ist. Für u.a. Romanistik, Germanistik, Geschichte, Jura, Philosophie, Theologie, Publizistik und Soziologie sowie für den "Magister Artium" und den "Dr.phil." wird an den Universitäten wohl allgemein das Latinum verlangt, doch darüber hinaus differieren die Anforderungen, was vor allem beim Wechsel des Studienortes zu bedenken ist. Das Interesse der Universitäten richtet sich dabei nicht nur auf die mit dem Latinum erreichte sprachliche Qualifikation, sondern auch auf das in römischer Geschichte, Philosophie und Literatur erworbene Wissen. Einige Studiengänge (u.a. Medizin, Biologie, Pharmazie) machen lateinische Terminologiekurse zur Pflicht, da die jeweilige Fachsprache vom Lateinischen dominiert wird.
Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern beim Lateinlernen viel Spaß und Erfolg!
Fachkonferenz Latein der Wöhlerschule