
Nachdem im November/Dezember 2025 die spanische Austauschgruppe des Institut El Foix zu Gast bei uns in Frankfurt war, fand vom 17. bis 24. Januar unser Gegenbesuch im katalanischen Santa Margarida i Els Monjos statt. In Begleitung der beiden Spanischlehrerinnen Frau Dietrich und Frau Rudolph reisten wir 15 Schülerinnen und Schüler der Wöhlerschule nach Katalonien, um dort eine Woche lang den Alltag unserer Austauschpartner kennenzulernen. Bei unserer Ankunft in Barcelona wurden wir sehr herzlich von den Gastfamilien empfangen.
In den Familien wurde sowohl castellano, also Spanisch, als auch catalán gesprochen, was am Anfang ganz schön ungewohnt klang. Viele katalanische Wörter unterscheiden sich stark von der spanischen Sprache, die wir ja seit eineinhalb Jahren in der Schule lernen. Trotzdem ließen sich zwischen beiden romanischen Sprachen immer wieder Gemeinsamkeiten entdecken. Die Verständigung lief aber gut: Unsere Austauschpartner sprachen natürlich fließend Spanisch und teils auch gutes Englisch und ein bisschen Deutsch.
Am Montag wurden wir im Institut El Foix begrüßt und gingen mit unseren Partnern in den Unterricht. Schnell fiel auf, wie anders der Schulalltag ist: Mündliche Beteiligung spielt eine kleinere Rolle und das Melden ist weniger üblich bzw. wer etwas sagen oder fragen möchte, macht das einfach ohne sich zu melden. Allerdings werden die Toiletten-, Handy- und Pünktlichkeitsregeln in Spanien deutlich ernster genommen als in Deutschland. Es droht schnell ein Verweis, und man darf ein paar Tage nicht in die Schule kommen, wenn man z.B. mehrfach verspätet zur Schule kommt.
Nach dem Unterricht besichtigten wir Els Monjos und die nahegelegene ehemalige Wassermühle Molí del Foix, die einen guten Einblick in die Geschichte der Region gab. Besonders eindrucksvoll war am Abend im nahegelegenen Vilafranca der Besuch in einem castellers-Trainigszentrum, in dem uns die Tradition der katalanischen Menschentürme nähergebracht wurde. Die benötigte Präzision und das Vertrauen, um eine bis zu 10-stöckige Menschenpyramide zu bauen, sind beeindruckend.
Im Laufe der Woche standen mehrere Ausflüge auf dem Programm. Gemeinsam mit den Spaniern fuhren wir nach Tarragona und sahen dort römische Überreste, wie das Amphitheater und Teile der Stadtmauer. Als deutsche Gruppe unternahmen wir außerdem Ausflüge nach Barcelona: Die imposante und immer noch unvollendete Kirche Sagrada Família, der ebenfalls vom Architekten Antonio Gaudí entworfene Park Güell mit unglaublichem (leider durch Regen getrübtem) Blick über die Stadt bis zum Meer und das Museu d’Història de Catalunya standen ebenso auf dem Plan wie ein Spaziergang entlang der Straßen Passeig de Gràcia und Rambla bis zum farbenprächtigen Boqueria-Markt und dem Barrio Gótico in der Altstadt.


Der Freitag führte uns – nun bei Sonnenschein und blauem Himmel – an die Küste nach Sitges, wo wir den Meerblick genossen und das Kunstmuseum Cau Ferrat besichtigten. Am Abend trafen wir uns mit den Spaniern zum Essen, und danach folgte der Abschluss in Vilafranca, bei dem die ganze Gruppe noch einmal zusammenkam und ein ball de gralles – ein Stadtfest mit traditioneller Musik und Band – hautnah miterleben konnte.
Unsere spanischen Austauschpartner haben sich sehr viel Mühe gegeben bei den Freizeitaktivitäten, die sie für uns organisiert haben, darunter einen Lasertag-Abend, das gemeinsame Essen, die Abschlussfeier, und ein Abend am Strand. Insgesamt war das Programm abwechslungsreich: Schule, lokale Kultur, historische Städte und Freizeit – eine gute Mischung aus Lernen und Spaß.
Am Samstag verabschiedeten wir uns bei einem letzten Treffen, tauschten Kontaktdaten aus und ließen die Woche noch einmal Revue passieren. Rückblickend war der Austausch eine unglaublich bereichernde Erfahrung: Sprachlich ging es bei vielen von uns deutlich voran, kulturell haben wir viel mitgenommen – und Freundschaften sind entstanden, die hoffentlich noch lange bestehen werden.
Für alle, die noch überlegen: Traut euch, auch ohne perfekte Spanischkenntnisse kann man bei einem Schüleraustausch so viel erleben. Und falls er im Winter stattfindet und euch in Spanien nicht das sonnig-heiße Klischeewetter erwartet – wärmer als in Deutschland ist es allemal, und die Gastfreundschaft, das Essen, die kulturellen Einblicke und das Panorama mit Meer und Weinbergen sind einfach herzerwärmend und ohnehin kein Vergleich mit einer „normalen“ (Urlaubs-)Reise.
(Justus Klak, Q1)