Am 19. Juni haben die Lateiner der Jahrgangsstufe 6 mit Frau Federwisch und Frau Rudek das Pompejanum in Aschaffenburg besucht. Begleitet wurden sie dankenswerterweise von Frau Granic und Herrn Elenz. Nach der Anreise mit der Regionalbahn und einem kurzen Fußweg erreichten wir erwartungsfroh den Nachbau eines prächtigen römischen Wohnhauses. Dieses hatte der bayerische König Ludwig I. gemeinsam mit einer mediterran anmutenden Parklandschaft im 19. Jahrhundert am Hochufer des Mains errichten lassen.

Bei Temperaturen von um die 35 Grad waren wir froh, von der Kühle des römischen atrium (Eingangshalle mit Regenbecken) empfangen zu werden. Wir bestaunten gleich im Eingangsbereich, so wie es auch die antiken Gäste tun sollten, das aufwendige cave canem-Mosaik und trafen hier auf unsere zwei Gästeführerinnen. Sie vermittelten uns in den folgenden 90 Minuten einen lebendigen Einblick in die Lebenswelt einer antiken römischen Familie (aus wohlhabenden Kreisen).
Wir vergewisserten uns, dass die reichen Römer tatsächlich im Liegen aßen, nämlich je zu dritt auf den drei Klinen im triclinium, dem Speisezimmer. Wir sahen anhand des viridarium, dem vor dem Speisezimmer liegenden Lustgarten, dass auch die alten Römer schon das Begrünen von Räumen als eines der besten Mittel gegen Hitze erkannt hatten.
Eine Errungenschaft, von der die Haussklaven Roms wohl kaum profitieren konnten, allemal wenn sie in der kleinen, heißen culina (Küche) die Gastmähler zubereiten mussten. Uns überraschte zu sehen, dass die Römer neben Klassikern wie Brot, Eiern, Austern, Froschschenkeln und Salaten wohl auch schon eine Art Cake-Pops verzehrten, worauf eine typische Backform schließen ließ. Unseren olfaktorischen Sinn stimulierte sodann das berüchtigte garum – eine Würzsauce, die man erhält, wenn man Fische in Salzlake einige Tage lang der Sonne aussetzt! Auch ließ uns etwas die Stirn runzeln, dass die antike Toilette sich direkt neben den Herdplatten in der Küche befand (immerhin galt eine eigene Toilette im Haus damals schon als Luxus).
Das Highlight unseres antiken Rundgangs wartete im Ankleideraum auf uns. Das Anlegen einer 6 Meter langen Toga bedurfte einiger Anstrengung und viel Zeit. Auch wenn unsere beiden Römer wirklich elegant aussahen, fragten wir uns doch, ob dieses Kleidungsstück so praktisch war oder doch nur Macht und Status ausstrahlen sollte.
Ein Applaus, ein Gruppenfoto, ein nicht fahrender Zug später – und schon waren wir zurück von unserer Zeitreise in die Antike und unserem sehr lohnenswerten Ausflug ins bayerische Pompejanum.

