
Im Rahmen eines ErasmusPlus-Projekts hatten wir, drei 16-jährige Schülerinnen der Im Rahmen eines ErasmusPlus-Projekts hatten wir, drei 16-jährige Schülerinnen der İstanbul Erkek Lisesi (Schule mit deutschem Zweig), im November die Möglichkeit einige Tage an der Wöhlerschule in Frankfurt zu verbringen. Der Aufenthalt stand unter dem wichtigen und aktuellen Thema Online-Mobbing, und bot uns die Gelegenheit, uns intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Während des Projekts untersuchten wir, wie Online-Mobbing im schulischen Alltag wahrgenommen wird und welche Erfahrungen damit gemacht wurden. Dazu führten wir Interviews mit Lehrkräften und Schulsozialarbeit sowie mit Schülerinnen und Schülern der Wöhlerschule, in denen wir über Ursachen, Folgen und mögliche Lösungsansätze im Zusammenhang mit Online-Mobbing gesprochen haben. Besonders interessant war es, die unterschiedlichen Perspektiven zu hören und zu erkennen, wie ernst dieses Thema an der Schule genommen wird.
Aus den Interviews wurde deutlich, dass viele Schülerinnen und Schüler bereits Erfahrungen mit „Cyberbullying“ gemacht haben – entweder als Betroffene oder als Beobachter. Ein überraschender Aspekt war, dass manche Formen von Online-Mobbing oft gar nicht sofort als solche erkannt werden, zum Beispiel verletzende Kommentare oder das Ausschließen aus Gruppen in sozialen Medien. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig Aufklärung und gegenseitiger Respekt im digitalen Raum sind.
Auf Grundlage der Interviews werteten wir die Ergebnisse gemeinsam aus und erarbeiteten eine Präsentation, in der wir unsere Erkenntnisse zusammenfassten. Diese präsentierten wir am Ende des Projekts in der Jgst. 9. Dabei ging es nicht nur um Probleme, sondern auch um Prävention, Aufklärung und den respektvollen Umgang miteinander – sowohl online als auch offline.
Neben der Projektarbeit konnten wir auch den Schulalltag an der Wöhlerschule kennenlernen. Die offene Atmosphäre, die engagierten Lehrkräfte und der respektvolle Umgang untereinander haben einen sehr positiven Eindruck bei uns hinterlassen.
Auch außerhalb der Schule unternahmen wir gemeinsame Aktivitäten, besuchten z.B. das Kommunikationsmuseum und das Dialogmuseum und lernten Frankfurt besser kennen. Mit unseren Wöhler-Gastfamilien machten wir zum Beispiel Stadtspaziergänge, erkundeten die Frankfurter Innenstadt und verbrachten gemeinsame Abende beim Essen oder bei Gesprächen und Spielen. Besonders schön war es, den Alltag in einer deutschen Familie mitzuerleben und so den interkulturellen Austausch noch intensiver zu erfahren.
Der ErasmusPlus-Aufenthalt an der Wöhlerschule war für uns eine sehr wertvolle Erfahrung. Wir haben nicht nur viel über das Thema Online-Mobbing gelernt, sondern auch neue Perspektiven gewonnen und wichtige persönliche Erfahrungen gesammelt. Das Projekt hat gezeigt, wie bedeutend Aufklärung, Austausch und Zusammenarbeit im Umgang mit digitalen Herausforderungen sind.
Wir würden uns freuen, wenn wir mit diesem „unilateralen“ ErasmusPlus-Projekt die Wöhlerschule inspiriert haben, sich auch als ErasmusPlus-Schule zu bewerben und zukünftig an gemeinsamen Projekten zu arbeiten – vielleicht auch mit einer Schülergruppe an unserer Schule in Istanbul!
Bis bald! – Hoşça kalın, görüşmek üzere.
(Ada Alkan)
